Über Drohnen und Roboter bei der Feuerwehr

Überall verändert sich die Welt durch Digitalisierung. Im StadtLABOR versuchen wir, sichtbar zu machen, wie es darum in Soest steht. Auch für die Feuerwehr ist Digitalisierung ein wichtiges Thema. Daher hat Marcel Brunert, StadtLABOR Praktikant und Freiwilliger Feuerwehrmann, mit Christoph Blume, dem stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Soest, gesprochen – über schwindende Papierdokumente, digital abrufbare Infos in Gefahrensituationen und die Feuerwehr im Jahr 2050. Herr Blume kümmert sich bei der Feuerwehr Soest um die Bereiche IT und EDV-Konzeptionierung und die Anwendungsmöglichkeiten für die Feuerwehrleute.

 „Schwerpunkt der Veränderung ist die digitalisierte Einsatzunterstützung“, erklärt Herr Blume. „Das beginnt mit dem Eingang der Alarmierung, geht über digitale Datenauswertung und endet in der Nutzung speziell entwickelter Apps auf dem iPad. Vor allem das iPad hat sich als zusätzliches Handwerkzeug für die Führungskraft im Einsatz als nützlich erwiesen“. Auf dem iPad können Feuerwehrleute nämlich direkt an einer Unfallstelle sicherheitsrelevante Informationen über das im Unfall verwickelte Auto aufrufen: wo befinden sich die Airbags? Wo liegen die Akkus? Diese Infos werden passgenau zum Autotyp auf dem Bildschirm angezeigt. Zusätzlich können bei Bränden relevante Informationen über betroffene Gebäude angezeigt werden. Auf einen Blick sieht man z.B. den Grundrissplan und alle Notausgänge des Gebäudes. Auch die Fahrzeuge der Feuerwehr selbst werden immer digitaler. Ein Blick in die Einsatzleitwägen zeigt: hier bilden zwei große Bildschirme alle nötigen Informationen ab, gespeichert in einer Cloud. Protokolle, Einsatztagebücher und Dokumentationen werden direkt am Einsatzort digital verfasst. Die Leitwagen bilden somit die Schnittstelle zwischen Einsatzort und der Leitstelle. Herr Blume fasst zusammen: „Vorher waren sie in Papierform, jetzt liegen Einsatzunterlagen digital vor. Das ist auch das Ziel: immer weiter weg vom Papier zu kommen“.

Und Drohnen? „Drohnen helfen aus der Luft schnell einen Überblick aus mehreren Perspektiven zu schaffen. Das ist besonders hilfreich bei großen Einsatzgebieten oder Gebäudeflächen, die aufgrund der Gefahrenlage nicht mehr betretbar sind. Zusätzlich können Drohen mit Wärmebildkameras ausgestattet und so zur Personensuche eingesetzt werden. Am Möhnesee konnten Drohnen bereits über Lautsprecheransagen Personen direkt im Wasser ansprechen.“, beschreibt Herr Blume. In Lippetal und am Möhnesee gibt es bereits Drohnen und der Kreis Soest dabei ist, eine Drohnengruppe aufzubauen, auf die die Soester Feuerwehr zurückgreifen kann.

„Und was bringt die Zukunft?“, fragt Marcel gespannt. Ob es das autonom fahrende Feuerwehrauto im Jahr 2050 geben wird, konnte Herr Blume nicht sagen. Jedoch wird ein spannender Bereich für die Feuerwehr die E-Mobilität sein. Zudem testet das Forschungszentrum für Robotik bereits mit der Feuerwehr in Dortmund, wie Roboter beim Gefahreneinsatz Proben entnehmen oder Transporte übernehmen können.

 

Das ganze Gespräch finden Sie auch als Video auf dem Instagramkanal des StadtLABORs. Klicken Sie auf den Link und folgen Sie uns, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.

Bildquelle: StadtLABOR Soest

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