Task Force Regionale Datenplattform startet

Ein Spruch, den man in letzter Zeit häufig hört: Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Wenn das so ist, was bedeutet das für die Inhaber besonders  wertvoller Datensätze – die Kommunen? Seit einiger Zeit herrscht auch hier Einigkeit, dass sich der Umgang mit Daten im städtischen Kontext verändern muss. Aber wie? Hier entwickelt sich gerade ein bunter Flickenteppich an Lösungsansätzen. Das heißeste Eisen dabei ist die sogenannte Urban Data Plattform. Sie soll die vorhandenen kommunalen Daten, die bisher hautsächlich wie in Silos nebeneinander liegen, intelligent verknüpfen und so neue Spielräume für Planungs- und Entscheidungsprozesse eröffnen. Dadurch, so hoffen viele, kann es gelingen, Daten als ein neues kommunales Steuerungselement  zu implementieren. Doch auch hier muss man wieder nach dem Wie fragen; denn eine umfassende Urban Data Plattform ist noch nirgendwo im Einsatz.

Das Smart City Konsortium 5 für Südwestfalen stellt sich dieser Herausforderung jetzt und hat eine Task Force zur Entwicklung einer regionalen Urban Data Plattform gestartet, von der alle Gemeinden in Südwestfalen profitieren sollen. Es ist damit das erste Leitprojekt, an dem alle 5 Teilnehmer-Kommunen gemeinsam arbeiten.

Und es zeichnet sich schon ein Bild davon ab, wie es funktionieren könnte: Entscheidend ist die Installation eines sogenannten Datenbrokers, der die vielen schon vorhandenen Datensätze der Kommunen mit neuen Daten, die etwa durch intelligente Sensoren eingesammelt werden, verschneidet und Regeln dafür aufstellt, welche weiteren – externen und internen – Daten in welcher Form nutzbar gemacht werden können. Neben der technischen Schwierigkeit spielen ethische und strategische Fragen die entscheidende Rolle. Wer profitiert von den neu zugänglichen, aufbereiteten kommunalen Daten? Darf damit Geld verdient werden? Wie werden personenbezogene Daten von Bürger*innen geschützt? Auf welchem Server läuft der Datenbroker?

Wie gut und wie zeitnah diese und viele andere Fragen beantwortet werden können und wann eine Datenplattform einsatzfähig ist, wird wohl über die Zukunftsfähigkeit von Kommunen mitentscheiden. Die 5 für Südwestfalen planen, dass bis spätestens Sommer 2021 die technischen und moralisch-strategischen Fragen geklärt sind. Bereits verständigt hat man sich darauf, den Open Data/Open Source Grundsatz „Public Money – Public Code“ konsequent zu verfolgen (siehe Stadtlabor Newsletter 01/2020 sowie https://publiccode.eu/de/).

Bildquelle: Franki Chamaki via unsplash
 
 

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