Roblox, Influencer & Fakes – Wie Kinder und Jugendliche das Netz erleben
Erstellt am: 30.04.2026
Ein Bildschirm voller Gesichter. „Wer von Ihnen kennt eine Person?“ fragt der Dozent Johannes Wentzel in die Runde. Viele Fragezeichen bei den Zuhörerinnen und Zuhörern, die wenigsten erkennen die Personen. Dabei handelt es sich um Influencer mit Millionen von Followern – wären Jugendliche im Raum, hätten sie wohlmöglich alle Namen aufzählen können. Was deutlich wird: Die digitale Welt von Kindern und Jugendlichen funktioniert oft ganz anders als die der Erwachsenen.
Am 21. April 2026 war das stadtLABOR gut gefüllt. Rund 20 Mitglieder des Lions Club Soest waren zu Gast. Sie wollten mehr über das stadtLABOR erfahren – und vor allem verstehen, wie junge Menschen heute im Internet unterwegs sind. Dafür eingeladen: Johannes Wentzel, der seit vielen Jahren in der schulischen und außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit und der Erwachsenenbildung arbeitet. Er nahm die Gruppe mit auf eine Reise durch die digitale Welt – verständlich, anschaulich und mit vielen Beispielen aus dem Alltag.
Smartphone für Jugendliche, klar! Aber für KITA-Kinder?
Johannes Wentzel startete ganz am Anfang: mit dem ersten Smartphone. Ein Gerät, das unseren Alltag komplett verändert hat. Heute schauen wir überall aufs Handy – im Zug, auf dem Sofa oder sogar beim Essen. Und Kinder beobachten das genau. Immer häufiger sieht man schon kleine Kinder mit Tablets oder Smartphones – im Restaurant, im Wartezimmer oder unterwegs. Das wirft eine wichtige Frage auf: Ab wann sollten Kinder digitale Medien nutzen?
Aktuell wird viel darüber diskutiert, ob Social Media (also Plattformen wie Instagram oder TikTok) erst ab 16 Jahren erlaubt sein sollte. Länder wie Australien testen solche Regeln bereits. Doch ein festes Alter ist nur ein Teil der Lösung. Genauso wichtig: Was sehen Kinder und Jugendliche im Netz – und wie gehen sie damit um?
Die grelle schnelle Welt im Netz
Viele Angebote im Internet richten sich inzwischen gezielt an junge Nutzerinnen und Nutzer. Ein Beispiel ist Roblox, eine Plattform mit unzähligen Spielen. Doch wo viele Menschen unterwegs sind, gibt es auch Risiken. Ein Begriff, der an diesem Abend fiel, war „Social Grooming“. Damit ist gemeint, dass Erwachsene sich mit falschen Profilen als Gleichaltrige ausgeben, um Kontakt zu Kindern aufzunehmen. Das kann gefährlich werden. Die Plattformen versuchen gegenzusteuern, zum Beispiel durch Altersprüfungen mit Fotos.
Auch ein anderes Thema wurde angesprochen: Fake-Inhalte. Das sind falsche oder manipulierte Informationen. Manche Influencer geben sich als Expertinnen und Experten aus, obwohl sie es nicht sind. Andere bewerben Produkte, um Geld zu verdienen – oft ohne klar zu sagen, dass es Werbung ist.
Ist das Internet also nur gefährlich?
Ganz klar: Nein. Neben all den Herausforderungen gibt es im Netz auch viele gute Angebote. Webseiten, die Wissen verständlich erklären. Apps, mit denen Kinder kreativ werden können – etwa beim Zeichnen oder Gestalten. Aber: Man muss wissen, wo man suchen muss. Und genau hier kommt Medienbildung ins Spiel. Kinder sollten früh lernen, wie sie Inhalte einordnen, Quellen prüfen und sich sicher im Netz bewegen.
Gemeinsam statt allein: Der Schlüssel liegt im Austausch
Ein wichtiger Gedanke des Abends: Kinder und Jugendliche sollten mit digitalen Medien nicht allein gelassen werden. Denn nur wer versteht, was Kinder im Netz tun, kann sie auch unterstützen.
Stattdessen braucht es Begleitung:
- Gespräche über das, was sie online sehen
- gemeinsames Ausprobieren von Apps
- Interesse an ihrer digitalen Welt
Die digitale Welt ist fester Bestandteil unseres Alltags – für Erwachsene genauso wie für Kinder. Sie bietet viele Chancen, aber auch Herausforderungen. Entscheidend ist nicht, ob Kinder das Internet nutzen, sondern wie sie es tun. Und dabei brauchen sie vor allem eines: Begleitung, Verständnis und gute Orientierung.
Wer sich weiter informieren möchte und nach hilfreichen Tipps sucht, kann sich hier umschauen: www.johannes-wentzel.de. Johannes Wentzel hat unterschiedlichste Links in einer digitalen Bibliothek zusammengesammelt.
Und übrigens, der erfolgreichste deutsche Influencer, gemessen an der Anzahl der Follower – ist Younes Zarou. Seine Videos zeigen optische Illusionen, Fototricks und Einblicke hinter die Kulissen.
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