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Teilnehmende im stadtLABOR bei einer hybriden Veranstaltung

Bildquelle: stadtLABOR Soest

Vom Papagei zum „Superman-Papagei“ – Kinder und KI zwischen Nachplappern und kompetenter Nutzung

Erstellt am: 25.06.2026

Künstliche Intelligenz gehört längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. In einer hybriden Veranstaltung mit der online zugeschalteten Referentin Nele Hirsch sowie Teilnehmenden im Stadtlabor Menden und aus Soest ging es darum, wie Kinder im Umgang mit KI begleitet und gestärkt werden können – mit Neugier, Reflexion und dem Fokus auf echte Zukunftskompetenzen.

KI verstehen statt nur anwenden

Künstliche Intelligenz begegnet Kindern heute an vielen Stellen: beim Lernen, in sozialen Netzwerken, in Apps oder Spielen. Doch wie verändert diese Entwicklung den Alltag und das Lernen? Diesen Fragen widmete sich die Veranstaltung gemeinsam mit der Referentin Nele Hirsch vom eBildungslabor in einem hybriden Format.

Im Mittelpunkt stand dabei ein Perspektivwechsel: KI sollte nicht als reine Antwortmaschine verstanden werden, sondern als Resonanzmaschine. Gerade weil sich technologische Entwicklungen rasant verändern und neue Chancen ebenso wie Risiken entstehen, wird es immer wichtiger, Kinder nicht auf konkrete Werkzeuge vorzubereiten, sondern auf einen reflektierten und selbstbestimmten Umgang mit neuen Technologien.

Zukunftskompetenzen stärken statt Fähigkeiten verlieren

Ein zentrales Thema des Vortrags war die Frage, welche Fähigkeiten Kinder künftig brauchen. Statt Kindern heute vor allem gutes Prompten beizubringen, stand ein anderer Ansatz im Fokus: Deepskilling statt Deskilling.

Gemeint ist damit die bewusste Stärkung und Weiterentwicklung menschlicher Kompetenzen wie kritisches Denken, Kreativität, Problemlösefähigkeit und Reflexion. Deskilling beschreibt dagegen den Effekt, dass Fähigkeiten verloren gehen, wenn Tätigkeiten zunehmend an KI abgegeben werden und dadurch nicht mehr aktiv eingeübt werden. Umso wichtiger ist es, Kinder darin zu unterstützen, ihre eigenen Kompetenzen weiterzuentwickeln und Technologien bewusst zu nutzen, statt sich vollständig auf sie zu verlassen.

Neugier fördern und gemeinsam reflektieren

Ein weiterer Impuls der Veranstaltung: KI ist keine Magie, sondern Technik. Kinder sollten verstehen, dass hinter KI keine menschliche Intelligenz steckt, sondern Wahrscheinlichkeitsrechnung und technische Prozesse. Ziel ist dabei nicht, Misstrauen gegenüber neuen Technologien zu erzeugen, sondern Offenheit und Interesse zu fördern.

Ein konkreter Ansatz ist die sogenannte kontraintuitive Nutzung von KI: Nicht die Hausaufgabe von der KI lösen lassen, sondern gemeinsam mit ihr Denkwege entwickeln, Fragen stellen und neue Perspektiven entdecken. KI kann so zum kognitiven Sparringspartner werden und kreatives Denken unterstützen. Die pädagogische Aufgabe besteht darin, Räume zu schaffen, in denen Kinder ihre Erfahrungen mit KI reflektieren, einordnen und gemeinsam weiterdenken können.

Um auf den Papagei vom Anfang zurückzukommen: Künstliche Intelligenz versteht Inhalte nicht wie ein Mensch, sondern gibt auf Basis vieler vorhandener Informationsmuster passende Antworten zurück – oft sehr schnell und beeindruckend, aber ohne eigenes Denken. Entscheidend ist deshalb, aus dem Papagei einen „Superman-Papagei“ zu machen: KI nicht nur zum Wiedergeben von Antworten zu nutzen, sondern gemeinsam mit ihr kreativ zu denken, neue Ideen zu entwickeln und eigene Lösungswege zu finden.