Orientierung im Internet: Von Gesundheitsinformationen bis Betrugsprävention
Erstellt am: 30.07.2026
Im Juli fanden gleich zwei Digitale Fragestunden im stadtLABOR Soest und den anderen online zugeschalteten Stadtlaboren in Arnsberg und Menden statt. Es drehte sich alles um die Fragen, wie man gute Gesundheitsinformationen im Netz finden kann und wie man sich im Netz vor Betrugsmaschen schützen kann.
Ob Beschwerden, Diagnosen oder Behandlungsmöglichkeiten: Für viele Menschen gehört das Internet längst zur ersten Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen. Doch zwischen fundierten Informationen, Werbung und Falschmeldungen ist es oft nicht leicht, den Überblick zu behalten. In unserer Digitalen Fragestunde am 9. Juli erklärte Verbraucheranwalt Guido Steinke von der VERBRAUCHER INITIATIVE, woran sich seriöse Gesundheitsinformationen erkennen lassen.
„On the Internet, nobody knows you’re a dog“
Mit dem bekannten Zitat des Cartoonisten Peter Steiner machte unser Referent deutlich, dass im Netz nicht immer erkennbar ist, wer hinter Gesundheitsinformationen steht und welche Interessen verfolgt werden. Anhand praktischer Beispiele zeigte er, worauf Nutzerinnen und Nutzer achten sollten: Ein Blick ins Impressum verrät den Anbieter, ebenso wichtig sind transparente Angaben zur Finanzierung, nachvollziehbare Quellen, benannte Autorinnen und Autoren sowie die Aktualität der Inhalte. Auch die Sprache einer Website, der Umgang mit persönlichen Daten und anerkannte Qualitätssiegel wie das afgis-Siegel können Hinweise auf die Seriosität eines Angebots geben.
Vorgestellt wurden außerdem verschiedene vertrauenswürdige Informationsportale, darunter gesundheitsinformation.de des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesund.bund.de des Bundesgesundheitsministeriums sowie Angebote des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, der Stiftung Gesundheitswissen und der Verbraucherzentrale für das Themenfeld Pflege.
Sein Fazit fiel eindeutig aus: Das Internet kann eine gute Ergänzung sein, ersetzt aber keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen bleiben Hausärztinnen und Hausärzte die wichtigsten Ansprechpartner.
Betrugsmaschen erkennen und sicher im Netz unterwegs sein
Ob Phishing per E-Mail, Smishing per SMS, gefälschte QR-Codes (Quishing) oder täuschend echte Deepfakes – digitale Betrugsversuche werden immer professioneller. In der darauffolgenden Digitalen Fragestunde erfuhren die Teilnehmenden, wie sich Kriminelle das Internet als Geschäftsmodell zunutze machen und warum Prävention der beste Schutz ist.
Ein wichtiger Rat des Vortrags: Ruhe bewahren und kritisch bleiben. Denn in den meisten Fällen führen ein vermeintlicher Zeitdruck, Angst oder das Triggern der eigenen Emotionen dazu, dass wir auf Fakes reinfallen. Mit der SHS-Regel lässt sich das Risiko deutlich senken: Stopp – sich Zeit nehmen und nicht unter Druck setzen lassen. Hinterfragen – kann das wirklich stimmen? Absender, Links und Inhalte genau prüfen. Schützen – keine sensiblen Daten preisgeben und im Zweifel eine offizielle Checkliste zum Überprüfen nutzen.
Hilfreiche Informationen und Faktenchecks bieten unter anderem der DPA-Faktencheck, Mimikama, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie prävention.polizei.nrw. Wer auf einen Betrugsversuch stößt, sollte diesen außerdem melden – etwa bei der Verbraucherzentrale. Das hilft nicht nur den Betroffenen selbst, sondern schützt auch andere vor den gleichen Maschen.
Die Digitale Fragestunde zeigte: Mit etwas Aufmerksamkeit, gesundem Misstrauen und den richtigen Informationsquellen lässt sich das Risiko, Opfer von Online-Betrug zu werden, deutlich verringern.
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